Blackout! Was nun?

Das Licht geht nicht mehr an. Es kommt kein Wasser aus dem Hahn. Egal, wie oft du auf den Knopf drückst, der Fernseher schaltet sich nicht an. Was jetzt? Wie geht es weiter? Genau deshalb, damit man die Ungewissheit, die man zuerst hat und mögliche Panik vermeiden oder zumindest vermindern kann, haben wir uns mit der Katastrophe Blackout in der Projektwoche beschäftigt.

Um in das Thema einzusteigen, haben wir am ersten Tag 4 Stunden lang eine Simulation eines Blackouts gespielt, versucht Strom in unserer Stadt wiederherzustellen und die Zeit des Stromausfalls zu überstehen. Wenn es keine Stromversorgung gibt, funktioniert einfach gesagt eigentlich gar nichts mehr. Dazu zählen Licht, Heizung, Wasser, Fernsehen und Kühlschrank. Man kann dann also zum Beispiel nicht mehr Hände waschen, duschen, auf Toilette gehen, Essen im Kühlschrank lagern und das Handy am Stecker aufladen.

Indem wir selbst in die Rolle verschiedener Fachkräfte (Feuerwehr, Rettungsdienst, Bauarbeiter, Polizei, Verwaltung) im Spiel geschlüpft sind, begegneten wir verschiedenen Schwierigkeiten und Herausforderungen und merkten zum Beispiel, dass es am meisten Energie kostet, die Bevölkerung mit Nahrung und Wasser zu versorgen.

Ebendarum haben wir uns am Dienstag über sogenannte Prepper informiert. Wir haben gelernt, dass das Wort „Prepper“ vom englischen Wort „prepare“ kommt. Prepper sind Menschen, die sich auf verschiedene Arten von Katastrophen vorbereiten, indem sie eigenständig Lebensmittelvorräte lagern und Überlebenstechniken erlernen.

Das BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) hat eine Checkliste mit notwendigen Lebensmitteln und Gegenständen erstellt, die eine Person braucht, um 10 Tage ohne Strom gut zu überleben. Wir haben uns die Checkliste für das Essen und Trinken genauer angeschaut. Dazu sind wir zu Lidl gegangen und haben ausgerechnet, dass eine Person ungefähr 89€ für die Nahrungsmittelversorgung der Checkliste ausgeben müsste. Hinzukommen würden dann aber noch viele andere Dinge, die man in Notfällen bräuchte, z.B. Arzneimittel, Pflaster, Kerzen, Batterien, Kochplatte etc.

Aber keine Angst, im Falle eines Blackouts werden wir nicht ganz auf uns alleine gestellt sein.
Wir hatten die Chance, das THW (Technisches Hilfswerk) Friedrichshain-Kreuzberg, welches in der Nähe von der Station Südkreuz stationiert ist, zu besuchen. Bei der Bundesanstalt THW handelt es sich um eine Zivil- und Katastrophenschutzorganisation. Auf Anforderung unterstützen sie zum Beispiel die Feuerwehr oder Polizei. Sie sind sehr gut ausgerüstet und haben die verschiedensten notwendigen Werkzeuge. Zusätzlich verfügen sie über ca. 54 Liter Benzin und 200kVA Strom. Außerdem wurde uns verraten, dass es geheime Vorräte an Nahrung gibt, die irgendwo (den genauen Ort haben wir leider nicht herausgefunden) gelagert werden. Die Ziele der THW sind eine bestmögliche Vorbereitung auf eine Katastrophe und die anderen Fachkräfte zu unterstützen.
Laut den ehrenamtlichen Mitarbeitern, die wir im THW getroffen haben, ist ein Blackout unwahrscheinlich, da zuerst mehrere Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet werden würden. Und wenn es doch zu einem Blackout käme, würde dieser vermutlich lediglich 2-4 Tage andauern. Wasser- und Essensvorräte, Kerzen, Hygieneartikel, aufgeladene Powerbanks und ein Funkgerät oder Radio wären der Meinung des THW nach am wichtigsten, um die Zeit des Stromausfalls gut zu überbrücken. Sie haben uns aber auch über sogenannte „Leuchttürme“ oder „Notfallinseln“ informiert, welche vom Land Berlin organisiert werden. Dabei handelt es sich um Anlaufstellen beim Eintreten einer Katastrophe, die es in jedem Kiez gibt. Uns wurden bei unserem Besuch auch die verschiedensten Fahrzeuge gezeigt und wir durften uns sogar bei manchen hineinsetzen.

Wir konnten sehr viel Neues lernen und hatten die Chance eine spannende Projektwoche durchzuführen. Um unser neues Wissen mit euch zu teilen, haben wir einen Blackout-Room gestaltet. Ihr findet uns im Raum 2.010!

Emilia, Klasse 12.2